SPD Lautertal
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Pressemitteilung:

27. August 2016
SPD vor Ort

Flüchtlinge verstärken Fußballteam

INTEGRATION SG Lautern erklärt Politikern, wie Syrer und Iraker zum Spielerpass gekommen sind


LAUTERN - Die Fußballer der Sportgemeinschaft Lautern (SG) verfügen über den einzigen Rasenplatz in der Gemeinde Lautertal. Das hat nicht verhindert, dass die Mannschaft in die D-Klasse abgestiegen ist und damit die Nachwuchsprobleme noch größer geworden sind. Damit wollte sich Rainer Röhm, der Leiter der Fußballabteilung, nicht abfinden. Er hat den Kontakt zu den 49 Flüchtlingen geknüpft, die im Dorf leben. Sechs der jungen Leute aus Syrien und aus dem Irak verstärken mittlerweile die erste Herrenmannschaft. Mitglieder der SPD-Fraktion in der Gemeindevertretung informierten sich am Dienstag im Ortsteil Lautern, wie Integration durch Sport funktioniert.
Auf dem Rasenplatz trainierten die Fußballer am Dienstagabend das Kopfballspiel. Sie absolvierten ein Lauftraining und schlossen die Übungseinheit mit einem Spiel auf dem Kleinfeld ab. Zwischendurch rief Spielertrainer Martin Mößinger die Spieler immer wieder zusammen, um seine Anweisungen zu hören.
&61623; SEIT 50 JAHREN SPORT IN GEMEINSCHAFT
Die SG Lautern gilt als Fahrstuhlmannschaft. Nach den Aufstiegen in die Fußball-C-Liga 2015 und 2012 stieg sie in diesem Jahr zum mittlerweile dritten Mal aus dieser Klasse ab, ausgerechnet zum 50-jährigen Bestehen. Die SG hat sich vorgenommen, in der D-Klasse unter die ersten Fünf zu kommen. Rainer Röhm traut dem trickreichen und schnellen Syrer Adam Almohammad, der durchaus in die Rolle des Torjägers schlüpfen könnte, genauso den Sprung in die erste Mannschaft zu wie Mittelfeldspieler Alu Abbas Abuhadma. Zu den Zugängen gehören außerdem Massud Husain (Irak), Ahmed Abusaid, Ramadan Hosain (beide Syrien). Zum Kader gehören außerdem: Manuel Willwohl, Tobias Moritz (Tor); Uwe Degenhardt, Marcel Peter, Daniel Müther, Christian Hill, Christian Dürr, Petar Keramekchiev (Abwehr); Martin Mößinger, Markus Hill, Thomas Röhling, Martin Vonderheid, Tobias Peter und Markus Rein (Mittelfeld, Angriff). Zur SG Lautern gehören vier weitere Abteilungen: Badminton, Gymnastik, Zumba und Wandern. Der Verein wurde 1966 gegründet. Im April wurde Jubiläum gefeiert. (ai)
Wer Deutscher und wer Flüchtling ist, war auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Nur wenn einzelne Spieler die Rolle eines Dolmetschers spielten, wurden die Unterschiede deutlich.
Während die Fußballer auf dem Rasenplatz in der Abendsonne trainierten, standen die Politiker und die SG- Funktionäre vor dem Vereinsheim, um ihre Erfahrungen auszutauschen. Unter den Fachleuten war Asther Walter, die als Flüchtlingsbeauftragte jeweils mit einer halben Stelle bei der Stadt Lorsch und der Gemeinde Lautertal angestellt ist. Die Politiker lernten auch den Sportcoach Jens Schöler kennen. Schöler ist Student und wird vom Landessportbund und vom hessischen Innenministerium bezahlt. Er ist Vermittler zwischen Flüchtlingen und Vereinen. So kann er einmal pro Woche – unabhängig vom SG-Training – sämtliche Lautertaler Flüchtlinge zum Fußball einladen. Versicherungsrechtlich sind diese Hobbykicker über den Sportbund abgesichert. Die Syrer und Iraker, die in der ersten Mannschaft spielen, sind Vereinsmitglieder und verfügen über den entsprechenden DFB- Spielerpass. Röhm hat Sponsoren gefunden, die die Kosten tragen: pro Jahr 60 Euro Mitgliedsbeitrag, 30 Euro Verpflegungsgeld.
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„Sein Pass spielt keine Rolle, seine Pässe schon“, so steht es auf dem Plakat an der Eingangstür zum Vereinsheim. Die SG Lautern hat als kleiner Club dieses Wortspiel ernst genommen, hat sich mit der Egidius-Braun-Stiftung des DFB in Verbindung gesetzt und auch von dort 500 Euro für ihr Projekt erhalten.
Mit den 5000 Euro von Land und Sportbund und mit der Unterstützung durch die Gemeindeverwaltung hat der Dorfverein sein Integrationsprojekt auf die Beine gestellt. „Im Großen und Ganzen haben wird von dem Projekt profitiert“, sagt Röhm. Denn die Flüchtlinge verstärken nicht nur die Mannschaft auf dem Platz. Einer der jungen Leute engagiert sich als eine Art Zeugwart. Offenbar sind sich die jungen Flüchtlinge bewusst, dass für sie die Bindung an den Verein ein Gewinn ist. Sie haben ihrerseits die Vereinskameraden zu einem Grillfest eingeladen, um auf diese Weise ihren Dank auszudrücken.
Hoffen auf die eigene Wohnung und auf einen Job
Viele der jungen Leute hoffen, über den Verein auch zu einer eigenen Wohnung oder zu einem Arbeitsplatz zu kommen. Röhm erklärte, wie er dabei behilflich ist. Karin Hartmann und Bürgermeister Kaltwasser zerstreuten Befürchtungen, die jungen Leute würden deutschen Jugendlichen die Ausbildungsplätze wegnehmen. In Lautertal – so Kaltwasser liegt die Arbeitslosenquote bei unter 25-Jährigen bei null.
Verstärkung des Kaders, der Rasenplatz, engagierte Funktionäre: Die SG Lautern hofft jetzt darauf, dass sich der Einsatz in der beginnenden Saison auch in Toren und Punkten ausdrückt.
Bericht von Bernd Sterzelmaier Starkenburg Echo

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