SPD Lautertal
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Meldung:

10. Dezember 2015

Note 1 für Reichenbach und Lautern und ein Hervorragend für Gadernheim

Hervorragend gesichert ist die Nahversorgung in den Lautertaler Ortsteilen entlang der Nibelungenstraße. In einem Bachelor-Projekt der Technischen Universität Kaiserslautern wurde der Ortsteil Reichenbach gar mit der Note 1a bewertet. Auch Lautern und Gadernheim schnitten mit 1b und 2 noch gut ab.
Die Projektegruppe um Professor Dr. Ing. Hans-Jörg Domhardt am Lehrstuhl für Regionalentwicklung und Raumordnung entwickelte „Strategien zur Sicherung der Nahversorgung im Kreis Bergstraße“. Dazu untersuchte sie die Odenwaldgemeinden von Lautertal bis Absteinach. In den einzelnen Dörfern und Städten wurden Bäcker, Metzger, mobile Stände und Verkaufswagen, Getränkemärkte und –händler, Dorf- und Hofläden, Supermärkte, Discounter, Bankfilialen und Postagenturen ermittelt und ihre Erreichbarkeit festgestellt.
In Lautertal, so die Untersuchung, konzentriere sich das Nahversorgungsangebot auf die Ortsteile Reichenbach, Lautern und Gadernheim. Die Angebotsqualität sei hier am besten. Noch mit der Note 3 schnitt Schannenbach dank seines örtlichen Bäckers ab. Die anderen Ortsteile wurden in der Untersuchung als Dörfer ohne Nahversorger angegeben.
Die Erreichbarkeit der Geschäfte hatte für die Projektgruppe oberste Priorität. Durch die Strategie der Supermärkte und Discounter, raus aus den Städten und Gemeinden und hin auf die grünen Wiesen, fokussierten sie sich stark auf die mobile Bevölkerung und vernachlässigten die älteren oder behinderten Menschen, die nicht mehr Autofahren könnten.
Für diese setzte die Untersuchungsgruppe die fußläufige Erreichbarkeit auf höchstens 700 Meter fest. Danach versorge der Discounter in Reichenbach lediglich 28 Prozent der ohne Auto einkaufenden Einwohner, der in Lautern weise ein etwas größeres Einzugsgebiet auf und versorge 40 Prozent der Bevölkerung. Einen weitaus größeren Anteil der Bevölkerung erreichten der Bäcker und der Getränkemarkt in Gadernheim mit jeweils rund 70 Prozent. Insgesamt könnten die in der Gemeinde ansässigen Nahversorger 65 Prozent der zu Fuß einkaufenden Bevölkerung versorgen.
Einen guten Anschluss stellten die Studenten bei den Nutzern des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) für die „Hauptbezugspunkte“ Reichenbach und Lautern fest. Die „Erreichbarkeitsqualität“ der Discounter und des Supermarktes sei bei oft stündlich fahrenden Bussen „durchweg gut“.
Problematisch sei jedoch die Situation in den Ortsteilen Beedenkirchen, Staffel, Wurzelbach, Schmal-Beerbach und Knoden. Dort wurde die Nahversorgung nur mit ausreichend bewertet. Doch deren Bewohner könnten durch die guten ÖPNV-Verbindungen nach Reichenbach die Mängel durch ihre abseitige Lage kompensieren.
Positiv sahen die Studenten auch die Zukunft der Gemeinde und der örtlichen Nahversorger. In der Rubrik „Altersstruktur der Bevölkerung“ verweisen sie darauf, dass Lautertal mit 5,1 Prozent an Kindern unter sechs Jahren den höchsten Anteil im Untersuchungsraum habe. Auch deshalb wäre ein starker Rückgang der Bevölkerung eher nicht zu erwarten. Ferner würden die ansässigen Nahversorger „künftig vermutlich keine Probleme hinsichtlich der Tragfähigkeit“ ihrer Geschäfte bekommen. (Text und Foto: SPD Lautertal)

Anteil der älteren Menschen wird weiter zunehmen
„Die Odenwaldkommunen sind besonders stark vom demographischen Wandel betroffen. So wird sich der Anteil der über 85-jährigen bis 2030 verdreifachen und den Kreis und seine Gemeinden vor einige Probleme stellen“, meinten die Studenten der TU Kaiserslautern in ihrer Studie.
So auch im Bereich der Nahversorgung. Hier setzten die Großkonzerne auf „gute Erreichbarkeit, genügend Parkraum, ansprechende Warenpräsentation, beste Qualität, sowie niedrige Preise bei maximaler Artikelvielfalt“. Diesen Anforderungen könnten die klassischen, kleinflächigen Nahversorger nicht mehr gerecht werden.
Mit dieser Entwicklung werde die nichtmobile Bevölkerung vernachlässigt. Konzepte zu ihrer Versorgung mit stationären Einrichtungen wie Multifunktions- oder Bürgerläden, erwiesen sich nur als wirtschaftlich tragfähig für Dörfer über 500 Einwohnern. Unterhalb dieser Grenze werden mobile Nahversorgungseinrichtungen, welche die Waren zum Kunden bringen, empfohlen. Die Entwicklung positiv beeinflussen könnten auch Bestellungen über Internet und die Anlieferung durch die Märkte selbst oder den Versandhandel. (Text und Foto: SPD Lautertal)

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