SPD Lautertal
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Pressemitteilung:

20. Mai 2015

Zerstörtes Liebster-Denkmal wieder hergestellt

„Und wenn es wieder zerstört wird, dann werden wir es wieder erneuern lassen“. Uwe Klages, Vorsitzender der „Arnold-Liebster-Stiftung“ sagte es bei der Einweihung des reparierten „Max-Liebster-Denkmal“ deutlich: Seine Organisation werde sich Gewalt nicht beugen. Er war sich aber auch sicher, dass die Reichenbacher Bevölkerung jetzt noch mehr auf das Denkmal für den verstorbenen Lautertaler Ehrenbürger achten werde.
Im Juni 2013 wurde die Erinnerungsstätte am Eingang zur Knodener Straße übergeben. Sie steht am Standort des früheren Wohnhauses von Max Liebster, einem Reichenbacher Juden, der fünf Konzentrationslager überlebte und nachher keinen Hass predigte, sondern weltweit mahnte und zur Versöhnung aufrief. Liebster wurde zum Lautertaler Ehrenbürger ernannt und ihm zu Ehren errichteten „Arnold-Liebster-Stiftung“, Gemeinde und Sparkasse das Denkmal.
Dieses besteht aus verschieden großen Granitstelen mit Bronzeplatten, eingravierten Aussagen von Liebster und zwei Bronzefiguren. Diese wurden an der letztjährigen Reichenbacher Kerb abgesägt und jetzt wieder angebracht. Die Kosten dafür hatte die Stiftung übernommen. Klages verlas ein Schreiben der Witwe von Max, Simone Arnold-Liebster, die sich bei allen Beteiligten für die Wiederherstellung des Denkmals bedankte. Frau Arnold-Liebster konnte aus Alters- und Gesundheitsgründen leider nicht an der Feier teilnehmen.
Gekommen waren dafür aber eine ganze Reihe ehemaliger Weggefährten aus der Stiftung, Vertretern der örtlichen Vereine und der Kommunalpolitik. Unter ihnen die Vorsitzende der Gemeindevertretung, Beate Dechnig, die Erste Beigeordnete Helga Dohme, SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Hechler, sowie Ortsvorsteher Heinz Eichhorn. Bürgermeister Jürgen Kaltwasser würdigte Max Liebster als einen Menschen, der die Würde des Anderen achtete und die Gemeinsamkeiten suchte. „Ziel seiner internationalen Arbeit war es, für den Frieden und die gegenseitige Achtung einzutreten. Er war der festen Überzeugung, dass christliche Werte jedem helfen können, das Gute zu fördern“, sagte Kaltwasser.
Der Gemeindevertreter Frank Maus (GLL), der wesentlich zur Realisierung des Denkmals beitrug, erinnerte an die Botschaft von Liebster: „Meinen toten Vater trug ich selbst in das Krematorium des KZ Sachsenhausen. Dieses Gewicht blieb auf meinen Schultern. Was tust du, damit nie wieder ein Mensch solches Leid ertragen muss?“ Heute kämen Flüchtlinge aus der ganzen Welt nach Europa, Deutschland, Lautertal. Ihnen könnte auch durch die Menschen vor Ort geholfen werden, mit Sprachunterricht, Behördengängen, sowie der Integration in den örtlichen Vereinen. „Wir wissen, dass Grenzen überwindbar und Brücken von Mensch zu Mensch baubar sind. Max würde uns Mut machen, im kleinen Lautertal an der guten Welt zu arbeiten“, meinte Maus abschließend.

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