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Meldung:

Gerald Kummer
Lautertal, 13. März 2015
Kummer-kümmert-sich-Tour

"Da greift man sich an den Kopf“

Der Landratskandidat lässt sich in Reichenbach von Vereinsvorsitzenden Sorgen und Nöte schildern
Gerald Kummer
+Lebhafte Diskussion mit Vereinsvertretern (Regina Trabold)
Kummer stärkt das Ehrenamt
+SPD Lautertal unterstützt Gerald Kummer (ak)

Die lebhafte Diskussion mit Vereinsvertretern in Lautertal war so
richtig nach dem Geschmack des Landratskandidaten Gerald Kummer. Gut drei Wochen vor der Landratswahl am 22. März suchte Kummer das Gespräch, um zu erfahren, wo die die Vereine der Schuh drückt. Der SPD-Ortsverbands hatte ins Vereinsheim der Sänger- und Sportvereinigung am Felsenmeer in Reichenbach eingeladen.

Der Lautertaler SPD-Vorsitzende Rouven Röhrig bezeichnete in seiner kurzen Ansprache das Ehrenamt als „Fundament der Gesellschaft“. Das freilich bröckele, weil den Vereinen aktive Mitglieder fehlten. Viele der rund 25 ehrenamtlichen Vereinschefs waren gekommen, um Frust abzulassen. Immer wieder werde die Bedeutung des Ehrenamts beschworen, doch in der Praxis seien die Vereine meist auf sich allein gestellt, wurde moniert. „Ich höre immer nur Worte, aber Taten sehe ich nicht“, brachte es Rolf Herbold auf den Punkt. Der Vorsitzende des Angelsportvereins beklagt die wachsende Bürokratie, mit der sich Ehrenamtliche herumzuschlagen haben. „Finden Sie heute mal einen neuen Vorsitzenden“, sagte Herbold, der sein Amt seit 40 Jahren innehat. Es fehle Nachwuchs, weil „man keinem was zu bieten
hat“.

Früher, ja früher, habe es um Vorstandsposten noch ein Hauen und Stechen gegeben, bestätigt Jürgen Machleid vom Verschönerungsverein Gadernheim. Denn da sei das Amt noch angesehen gewesen. Heute aber sei kaum noch einer bereit dazu. Denn es sei in der Freizeit immer mehr zu machen. „Rechner im Verein zu sein, das ist ein Ding. Man bräuchte einen Steuerberater“, sagte der Vereinsvorsitzende.

Gerald Kummer nickte nicht nur verständnisvoll, er versprach, nach der Wahl zum Gespräch einzuladen und sich zu kümmern. Als er 1985 in seiner Heimatstadt ehrenamtlicher Stadtverordneter geworden sei, habe man sich noch anstellen müssen, um auf eine Kommunalwahlliste zu kommen. Heute sei das ganz anders. Es werde immer schwerer, Menschen für die ehrenamtliche Arbeit in der Kommunalpolitik zu begeistern, zumal die gewählten Gemeindevertreter immer weniger entscheiden könnten, sondern das umzusetzen hätten, was von oben diktiert wird. Kummer berichtete, dass man in Riedstadt, wo er 17 Jahre lang Bürgermeister war, „als kleines Dankeschön“ eine Freikarte für die Schwimmbäder anbiete.

Für die Ehrenamtskarte müsse man meist viele Jahre im Ehrenamt nachweisen, kam es zurück. Gebraucht aber werde ein Anreiz für den Nachwuchs, sich überhaupt begeistern zu lassen. „Man müsste das Ehrenamt stärken, aber es passiert null“, kritisierte einer der Diskussionsteilnehmer. Die Politiker seien oft weit weg. Von „Riesenproblemen“ sprach Albrecht Kaffenberger. Wenn er treuen Mitgliedern ein Weinpräsent mache, dürfe es nicht mehr als der Beitrag kosten. Mache er einen Fehler, laufe er als Vereinschef Gefahr, dass ihm rückwirkend die Gemeinnützigkeit aberkannt werde und er sogar persönlich hafte. Das sei aus der Abgabenordnung nicht abzuleiten, sagte Kummer, der 15 Jahre als Diplom-Finanzwirt lang beim Finanzamt Darmstadt tätig war: „Geben Sie mir das Schreiben, dann überreiche ich es dem hessischen Finanzminister und fordere ihn persönlich auf, das abzustellen.“ Eine einfache Satzungsänderung sei für ihn zum „Spießrutenlauf“ bei den Behörden geworden, berichtete Heinz Eichhorn, seit 15 Jahren Vorsitzender des Verschönerungsvereins Reichenbach. Statt Hilfe seien immer neue Hürden aufgebaut worden. Auch er habe die Erfahrung gemacht, dass kleine Geschenke zum Geburtstag von Mitgliedern vom Finanzamt als Verstoß gegen die Gemeinnützigkeit gewertet werden. „Mit solchen Dingen schlägt man sich herum. Da greift man sich an den Kopf“. Seine Erkenntnis: Das Ehrenamt lasse sich „nicht mehr aufrechterhalten“.

„Vereine sind eine soziale Stütze und müssen stark bleiben. Gleich, ob in Hilfs- und Rettungsdiensten, in karitativen, sozialen, kulturellen und sportlichen Angeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ohne die Leistung der Vereine wäre unser Gemeinwesen arm dran. Dies gilt es nicht nur immer wieder zu würdigen“, sagte Kummer. Er sei stolz, dass sich noch so viele in Vereinen ehrenamtlich engagierten. Vereine müssten finanziell unterstützt, dürften aber auch nicht überfordert werden. Er selbst sei viele Jahre als aktiver Feuerwehrmann und als Vorsitzender des Fördervereins des Büchnerhauses in Riedstadt ehrenamtlich auch über die Partei hinaus engagiert gewesen“, so der Landratskandidat. Mit dem Thema Kommunalfinanzen ließen sich zwar offenbar keine Säle füllen, aber es sei wichtig. Denn ohne Geld gehe auch fürs Ehrenamt nichts mehr. „Wir müssen fürs Ehrenamt und deshalb fürs Geld kämpfen, das die Landesregierung der kommunalen Familie vorenthält“, ermutigte Gerald Kummer die Vereinsvorsitzenden.

(Text: kummer2015.de; Fotos: Regina Trabold)




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