SPD Lautertal
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150 Jahre SPD:

Lautertal, 20. Mai 2013

Älteste Partei Europas wird 150

SPD Lautertal lädt zum Geburtstag am 23. Mai ins Rathaus ein
Festveranstaltungen der SPD Lautertal zum 150. Parteijubiläum
+Flyer: Festveranstaltungen der SPD Lautertal zum 150. Parteijubiläum
Der erste im Bild festgehaltene Hinweis auf die SPD im Tal: Steinarbeiter im Felsbergwald halten 1908 eine Ausgabe des „Hessischen Volksfreundes“, einer 1907 in Darmstadt gegru&<b>776;ndeten Parteizeitung in den Ha&</b>776;nden.
+Der erste im Bild festgehaltene Hinweis auf die SPD im Tal: Steinarbeiter im Felsbergwald halten 1908 eine Ausgabe des „Hessischen Volksfreundes“, einer 1907 in Darmstadt gegründeten Parteizeitung in den Händen.

150 Jahre alt wird am Donnerstag, 23. Mai, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD). Aus diesem Anlass findet auch im Lautertal eine Reihe von Veranstaltungen statt (siehe Flyer), die mit Empfang, einer Filmvorführung und Ehrungen am Festtag im Rathaus beginnen.

Der Grundstein zur Gründung der SPD wurde im Rhein-Main-Gebiet gelegt. Am 17. Mai 1863 kamen auch Vertreter aus Offenbach, Hanau, Darmstadt, Mainz, Ludwigshafen, Osthofen, Mannheim und Heidelberg in den Saalbau nach Frankfurt. Dort referierte der spätere Gründungsvorsitzende Ferdinand Lassalle. Erst nach der Zustimmung der Arbeiter aus dem Rhein-Main-Gebiet war er sich sicher, dass die Gründung am 23. Mai in Leipzig tatsächlich auch erfolgen konnte und von Bestand war.

Lassalle, aus begütertem Hause stammend, hatte sich schon vorher für die unterprivilegierte und entrechtete „vierte Klasse“ der Arbeiter eingesetzt. In Zeiten der aufkommenden Industriealisierung wurden diese als billige Arbeitskräfte missbraucht. Arbeitszeiten bis zu 17 Stunden täglich unter härtesten Bedingungen, minimale Löhne, die noch durch billige Frauen- und Kinderarbeit unterboten wurden, katastrophale Wohnverhältnisse und das Fehlen jeder Versorgung bei Unfall, Krankheit und Alter warfen die „soziale Frage“ auf.

Sie stand im Mittelpunkt der Arbeit der SPD, mit der es nach der Gründung zwar langsam, aber stetig aufwärtsging. In Lautertal erhielt sie bei der Reichstagswahl 1893 ihre ersten Stimmen: acht in Elmshausen und vier in Reichenbach. Mit dem Wandel der „Bauerndörfer“ in „Arbeiterdörfer“ durch die Gründung von Stein-, Chemie- und Papierfabriken erfolgte nun ein rasanter Aufstieg der Partei. 1903 wurde ein SPD-Wahlverein in Reichenbach und 1911 solche in Gadernheim und Elmshausen gegründet.

Begleitet wurden diese von der Bildung einer Zahlstelle der Steinarbeitergewerkschaft in Reichenbach, der Gründung von Arbeitervereinen und von Konsumgenossenschaften. Mit Unterstützung von SPD und Gewerkschaften wurde die „vierte Klasse“ eigenständig und selbstbewusst. Ihre Forderungen setzte sie zur Not auch in langen Arbeitskämpfen wie 1905/06 oder 1911 durch. Bei der Reichstagswahl 1912 lag mit Ludwig Hasenzahl erstmals auch ein Kandidat der SPD im Wahlkreis Erbach/Bensheim vorne.

Bei der Stichwahl erzielte er in Elmshausen/Wilmshausen sensationelle 84,8 Prozent der Stimmen, in Reichenbach 82,6 Prozent. Selbst im noch landwirtschaftlich geprägten Beedenkirchen reichte es für Hasenzahl und seine SPD zu 57,1 Prozent. Nach dem Ersten Weltkrieg konnte mit dem Frauenwahlrecht endlich auch eine lange gestellte Forderung der SPD verwirklicht werden. Später stand die Emanzipation der Frau, die Demokratisierung aller Gesellschaftsbereiche, der Bildungszugang für alle und das vereinte Europa ganz oben auf dem Programm der SPD.

Kommunalpolitisch gelang den Sozialdemokraten im Lautertal schon vor dem Ersten Weltkrieg der Einbruch in die bürgerliche Phalanx. Nach dem Krieg stellte sie in allen größeren Gemeinden die Mehrheit und die Bürgermeister. Dies verstärkte sich noch nach dem Ende des „tausendjährigen Reiches“. Mit der von einer SPD-geführten Landesregierung initiierten Gebietsreform gab es anfangs wohl noch Turbulenzen und Irritationen innerhalb der SPD-Gliederungen und ihrer Anhängerschaft. Nach über 40 Jahren hat sich dies jedoch weitgehend beruhigt. Wie fast immer in den Dörfern seit 1946, stellt die SPD heute auch die stärkste Kraft in der Gemeindevertretung Lautertal, aktuell mit Jürgen Kaltwasser den Bürgermeister und in den großen Ortsteilen auch die Ortsvorsteher.

Der Ortsverein Lautertal zählt unter den 22 Gliederungen neben Groß-Rohrhein, Lampertheim und Rimbach wegen seiner Aktivitäten, Mitgliederzahlen und Wahlergebnissen zu den Hochburgen im Kreis Bergstraße. Neben dem 150. Geburtstag der SPD im Bund, können die Lautertaler Sozialdemokraten auch noch ein eigenes kleines Jubiläum feiern: In diesem Jahr wird die Reichenbacher SPD 110 Jahre alt.

(Text: he Foto/Repro: he)



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