SPD Lautertal
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Meldung:

Elmshausen, 20. März 2013
SPD Elmshausen

SPD Elmshausen schon über 100 Jahre alt

Bei Herrn Fritz Eck (später Gasthaus „Zum Borstein“) fand 1906 die erste Wahlveranstaltung der SPD in Elmshausen statt.
+Bei Herrn Fritz Eck (später Gasthaus „Zum Borstein“) fand 1906 die erste Wahlveranstaltung der SPD in Elmshausen statt.

Zweifelsfrei bekannt ist das Gründungsjahr der Elmshäuser Sozialdemokraten bisher nicht. Doch kann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die dritte Gliederung der SPD im Tal im Frühjahr 1911 ins Leben gerufen wurde.

Diese Auffassung vertrat Heinz Eichhorn bei der Jahreshauptversammlung der Elmshäuser Genossen. In seinem Referat wies er daraufhin, dass die Sozialdemokratie hier schon früh Fuß fasste und schon rund hundert Jahre die stärkste politische Kraft im Dorf stellt. Bereits bei der Reichstagswahl 1893, kurz nach dem Auslaufen der gegen die SPD gerichteten Sozialistengesetze, erhielt sie hier ihre ersten acht Stimmen. Und das ohne Frauenwahlrecht, aber mit Doppelstimmen für die höher Besteuerten.

Fünf Jahre später waren es schon 25,9 und in der Stichwahl gar 30,8 Prozent für den damaligen Kandidaten Andreas Rau. Dieser hatte 1903 wesentlich zur Gründung der SPD in Reichenbach beigetragen, die wie im ganzen Tal vom Strukturwandel durch die Stein- und Papierfabriken hin zu Arbeiterdörfern profitierte.

Im September 1906 hielt die SPD ihre erste Wahlveranstaltung in Elmshausen bei „Her HHJ

Herrn Fritz Eck“ (später Gasthaus „Zum Borstein“) ab. Weil trotz aller Aktivitäten die Gründung neuer Gliederungen nicht recht vorankam, wurde bei einer Vertrauensmänner-Konferenz im Herbst 1910 in Birkenau ein „Agitationskomitee“ gebildet, dem auch der Reichenbacher Jakob Roth IV. angehörte.

Und schon neun Monate später konnte bei der Wahlkreiskonferenz die Gründung von 13 neuen Wahlvereinen bekanntgegeben werden, darunter mit Sicherheit Gadernheim und mit großer Wahrscheinlichkeit auch Elms- mit Wilmshausen. Anschließend schnellten die SPD-Wahlergebnisse auch in hier in die Höhe. Bei der Landtags-Stichwahl 1911 erhielten die Sozialdemokraten 135 Stimmen gegenüber 59 für den Kandidaten der Antisemiten. Bewerber Ludwig Hasenzahl konnte bei der Reichstags-Stichwahl im Januar 1912 in Elmshausen gar 84,8 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

In dieser Zeit des Aufschwungs stimmte auch schon das Umfeld der SPD. So gab es die Steinarbeiter-Gewerkschaft mit einer Zahlstelle im Tal, einen Arbeiter-Radfahrerverein „Frisch-Auf“ Elmshausen und der Gesangverein „Frohsinn“ schloss sich dem Deutschen Arbeiter Sängerbund an, einer Gliederung der Arbeiterbewegung. All dies bezeichnete Eichhorn als untrügliche Zeichen dafür, dass bereits ein Wahlverein in Elmshausen/Wilmshausen bestand.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im zweiten Quartal 1919 im Jahresbericht der SPD Hessen die Elmshäuser Gliederung mit „49 männlichen und 0 weiblichen Mitgliedern“ aufgeführt. 1926 stellten die Sozialdemokraten mit Philipp Kaffenberger IV. auch erstmals den Bürgermeister. Nach der Wahl zogen ihm seine Parteifreunde vor seinem Haus einen „Majen“ hoch, der von einem Sechsergespann durchs Dorf gefahren worden war.

Trotz der kurzen Unterbrechung während der Zeit des Nationalsozialismus stellte die SPD in Elmshausen dann bis zur Gebietsreform immer den Bürgermeister, später mit nur einer Unterbrechung auch immer den Ortsvorsteher, erwies sich also als starke politische Kraft im Dorf, wie Heinz Eichhorn betonte.

Nun wollen die Elmshäuser Sozialdemokraten ihren runden Geburtstag nachfeiern. Wann und wie das geschehen wird, soll noch festgelegt werden.
(Text und Repro: he)



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