SPD Lautertal
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Meldung:

Reichenbach, 24. Februar 2013
Rathaussanierung

Bauverwaltung zog in die Räume des alten Rathauses

Saniertes Reichenbacher Rathaus aus 1840. he
+Saniertes Reichenbacher Rathaus aus 1840. he

Noch im letzten Jahr wurden die Sanierungsarbeiten zum Abschluss gebracht. Inzwischen ist die Bauverwaltung in die neuen Räume eingezogen, so dass am Sonntag, 24. Februar, 11.00 Uhr, das alte Rathaus offiziell wieder in Betrieb genommen werden kann.

Das Rathaus an diesem Platz, mitten im Dorf, gegenüber aber unterhalb der evangelischen Kirche, hat eine lange Tradition. Am 21. August 1601 wurde das Vorgängergebäude feierlich eingeweiht. Pfarrer Martin Walther hielt damals die Einweihungsrede bei dem Volksfest, „bei dem eine große Mahlzeit abgehalten wurde“. Dazu hatte die Gemeinde von ihrem Korn Brot backen lassen und „teilte auch den Kindern zum Gedächtnis Weck aus“.

Das „schöne alte Rathaus“ musste 1840 einem Neubau weichen. Mit dem Bau der Provinzialstraße Bensheim-Lindenfels veränderte sich das Dorf radikal. Die alte Pflasterstraße musste zum Teil mehrere Meter höher gelegt werden. Dies machte meterhohe Einfasssungsmauern für die Lauter notwendig und erhöhte auch den Zugang zum „Eck“.

Dort errichtete die Gemeinde jedoch nicht nur ein Gebäude, in dem der Bürgermeister seinen Dienstsitz hatte und der Gemeinderat tagte. Gebaut werden musste auch ein neues Schulhaus. Bisher wurden die Reichenbacher Schüler noch in einem „Schulsaal“ des kürzlich abgerissenen „Weyhrauchhauses“ am Zehnesweg unterrichtet. „An vier schmalen Tischen, sechs schmalen Bänken, vor zwei tannenen Schreibtafeln und einem eisernen Ofen“ wurden damals im Schichtunterricht sage und schreibe 216 Schüler unterrichtet. Das war selbst für ein kleines Odenwalddorf zu viel.

Deshalb sah sich die Gemeinde trotz großer Geldnot gezwungen, zwei neue Schulsäle zu bauen und einen zweiten Lehrer einzustellen. Im neuen Rat- und Schulhaus wurden im unteren Stockwerk rechts, dem derzeit von der Diakonie gemieteten Raum und oben links, dem jetzt von Bauamtsleiter Rainer Krämer als Arbeitsplatz genutzten Zimmer, Schule gehalten. Links unten war der Rathaussaal, oben noch eine „Schulverwalterwohnung“ und eine Küche untergebracht. Die Eintragung im Grundbuch lautete „Rathaus und Schulhaus, drei Schweineställe und vier Abtritte“.

Finanziert wurde der Neubau, sowie die anteiligen Kosten für den Ausbau der „Provinzialstraße“ über einen Kredit bei der Witwe Merck in Darmstadt. Für 10.000 Gulden mussten 153 Morgen Felsbergwald verpfändet werden. Die Gunst der Stunde in dem sich mächtig vergrößernden Reichenbach nutzte die evangelische Kirchengemeinde und baute sich 1844 ein neues Pfarrhaus. Damit wurde das „Postkarten-Ensemble“ Rathaus, Gasthaus „Zur Traube“, Kirche und Pfarrhaus komplettiert.

Mit der Gebietsreform 1972 erwies sich trotz Auslagerung der Schulsäle auch das neue Rathaus als zu klein. Den Architektenwettbewerb für ein weiteres Verwaltungsgebäude, angrenzend an das alte Fachwerkhaus, gewannen 1984 Florian Fink und Jörg W. Reinwald. Im August 1989 erfolgte der erste Spatenstich, 1991 wurden dann die neuen Räume offiziell in Betrieb genommen.

Die Sanierung des alten, die Teil der Auftragsvergabe für das neue Rathaus war, zog sich aus Geldnöten hin bis ins letzte Jahr. Dann erst waren die rund 460.000 Euro Sanierungskosten aus verschieden Zuwendungstöpfen, unter anderem dem Programm der Einfachen Stadterneuerung, „zusammengestoppelt“, um die Maßnahme angehen zu können.
(Text und Foto: he)


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