SPD Lautertal
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Meldung:

Reichenbach, 12. Januar 2013
Historisches aus Reichenbach

Handelsgeschäfte aus den 1950-er Jahren heute verschwunden

Handelsgeschäfte aus den 1950-er Jahren (Repro: he)

Der Konzentration bei den Handelsgeschäften fielen diese drei Reichenbacher Dorfläden zum Opfer. Trotz zum Teil jahrzehntelangem, gutgehenden Handel konnten sie ihre Geschäfte nicht halten. Als letzter machte der Obsthändler Dielmann seinen Laden dicht.

Mit ihrem Sohn Hermann, der mit dem Lieferwagen auch die umliegenden Dörfer anfuhr, leitete Elisabeth Dielmann den Laden vor der heutigen Metzgerei Jährling. Die geborene Gehrisch aus dem „Rödchen“ hatte den Gemüsehändler Adam Dielmann geheiratet, der sich politisch in der SPD betätigte und auch im Arbeiter- Gesangverein „Sängerlust“ mitwirkte. Noch bis ins hohe Alter hinein unterstützte Elisabeth ihren Sohn und war im „Eck“ eine Institution.

Als „Zugereister“ führte Walter Altermann den kleinen Lebensmittelladen neben dem Rathaus in der damaligen Felsbergstraße. Der Leipziger war in der Arbeiterbewegung aktiv, sang in der „Sängerlust“ mit, war Führer des Reichsbanners und später der „Eisernen Front“. Am 08. März 1933 wurde er verhaftet, musste sich täglich auf dem Rathaus melden und wurde am 07. Oktober 1933 in das KZ Osthofen eingeliefert. Die dortige „Umerziehung“ fruchtete allerdings nicht. Nach dem schnellen Ende des „Tausendjährigen Reiches“ trat er schon am 01. September 1945 wieder in die SPD ein. Sein Schwiegersohn Rudi Ertl führte den Laden weiter, bis die Konkurrenz durch einen Supermarkt im Dorf das Geschäft unrentabel werden ließ.

Farben, Lacke, Papier- und Schreibwaren gab es bei Adam Lang im Falltorweg zu kaufen. In dem kleinen Geschäft handelte Lang auch mit Büchern. Mit seiner Mutter Rosa und seinem Bruder Wilhelm war er nach Reichenbach gekommen. Er lernte Schlosser, sang bei der „Sängerlust“ mit und unterstützte die Familie seines Bruders. Wilhelm war als Führer des Reichsbanners und Vorsitzender der ASSV 1933 verhaftet und ins KZ Osthofen eingeliefert worden. Nach seiner Verrentung gab Adam das Geschäft auf. Die günstige Lage des Verkaufsladens nutzten später noch so manche andere Händler, derzeit Sabine Meyer mit ihrem Blumenladen.

Alle drei Geschäfte warben 1955 in der Festschrift der örtlichen SPD mit der nebenstehenden Anzeige für ihre Produkte. Die Reichenbacher SPD wurde damals 50 Jahre alt und feierte ihr erstes großes Jubiläum in der Turnhalle des TSV im Brandauer Klinger.
(Text und Repro: he)

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