SPD Lautertal
Traditionsreich – Gegenwärtig – Zukunftsorientiert

Pressemitteilung:

17. März 2017
SPD Lautertal beim DGB

„Sinkflug der Renten stoppen“

„Sinkflug der Renten stoppen“
Für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik wirbt der DGB-Ortsverband Lautertal/Lindenfels. In einer Veranstaltung im SSV-Vereinsheim in Reichenbach machte er deutlich, dass „der Sinkflug der Renten gestoppt, sowie das Niveau der gesetzlichen Rente stabilisiert und wieder deutlich angehoben werden müsse“.
Referent Ingo Thaidigsmann, Abteilungsleiter beim Bundesvorstand der IG BAU, bedauerte, dass „seit Anfang der 1980-er Jahre an der Rente geschraubt“ werde. Mit dem Ergebnis, dass die Renten heute immer kleiner würden. Daran änderten auch die zum Teil bis ins hohe Alter veränderten Eintrittsdaten nichts. Ein Rentenbeginn mit 73 Jahren, wie von Finanzminister Schäuble gefordert, wäre „vollkommen unrealistisch“.
Thaidigsmann nannte ein Beispiel dafür, was ein höheres oder niedrigeres Rentenniveau bewirke. Wenn ein Arbeitnehmer heute 2.500 Euro verdiene und bei diesem Verdienst 40 Jahre arbeiten würde, bekäme er bei dem heutigen Niveau eine Bruttorente von etwa 1.000 Euro. Nach Abzug der Beiträge zur Kranken-und Pflegeversicherung blieben noch rund 900 Euro Rente vor Steuern. Wäre das Rentenniveau heute schon auf 43 Prozent gesunken, was in den kommenden Jahren nach derzeitigem Kenntnisstand wohl eintreffe, dann bekäme die Beispielperson nur noch rund 800 Euro vor Steuern ausbezahlt.
Bei einem auf 53 Prozent angehobenen Rentenniveau erhielte der Rentner jedoch rund 100 Euro mehr als heute. Das Niveau der gesetzlichen Rentenversicherung wäre also entscheidend für die Rentenhöhe und damit für die Lebensqualität im Alter. Deshalb müsse es jetzt dringend stabilisiert und im zweiten Schritt wieder angehoben werden.
Dafür wäre nicht nur eine vertretbare Anhebung der Beitragszahlungen der Arbeitnehmer erforderlich, sondern auch zwingend eine Einbindung der Kapitaleinkünfte mit entsprechenden Beitragsleistungen. Die derzeitige Beitragsbemessungsgrenze von 6.300 Euro müsse gekappt, die Zahl der Geringverdiener verkleinert und Löhne und Gehälter angehoben werden.
Deutschland stehe heute mit seinen zu geringen Mitarbeitervergütungen und damit günstigen Preisen bei seinen Handelspartnern weltweit gewaltig unter Druck. Hier könne mit einer Anhebung der Löhne und Gehälter nicht nur die Handelsbilanzschieflage gemindert, sondern auch der Inlandsumsatz erhöht und das Rentenniveau gestärkt werden.
Regionssekretär Horst Raupp kritisierte, dass die Rente schon heute für Millionen Menschen nicht mehr reiche: „Für viele Arbeitnehmer, die jahrzehntelang hart gearbeitet haben, ist schon heute absehbar, dass ihre Rente nicht einmal das Niveau der staatlichen Grundsicherung erreichen wird“. Fast zwölf Millionen Arbeitnehmer in Deutschland verdienten heute weniger als 2.500 Euro brutto. Mit der geplanten Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent im Jahr 2030 rutschten sie mit ihrer späteren Rente automatisch in die Altersarmut.
Den besten Schutz vor Altersarmut, so Raupp, böten sozialversicherte Beschäftigungen mit gutem Lohn. Er forderte deshalb deutliche Lohnerhöhungen, eine Ausweitung der Tarifbindung und einen ausreichenden und stetig steigenden gesetzlichen Mindestlohn. Alle Erwerbstätigen müssten in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden. „Altersarmut ist eine tickende Zeitbombe mit erheblichem sozialem Sprengstoff, die dringend entschärft werden muss. Auch die heute Jungen brauchen eine Rente, die vor sozialem Abstieg und Armut schützt, den Lebensstandard sichert und ein gutes Leben ermöglicht. Dafür setzen sich der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften aktiv ein“.
In der Diskussion wurde eine Reihe von bedenklichen Beispielen genannt, in die ein Leben lang hart arbeitende Menschen durch die negative Entwicklung der Renten gekommen seien: „Hungerlöhne und Armutsrenten sind eine Kampfansage an die arbeitenden Menschen“. Raupp und Thaidigsmann betonten unisono, dass die Aktion des DGB und seiner Mitgliedergewerkschaften nicht mit der Bundestagswahl endeten, sondern darüber hinaus fortgeführt würde. Wie beim Mindestlohn wäre ein langer Atem erforderlich, um letztlich zu einem für die Menschen zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen.
Foto: Heinz Eichhorn

SPD Lautertal

Sitemap