SPD Lautertal
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Meldung:

Lautertal, 29. August 2019
SPD Lautertal

Über Jahrzehnte in der SPD und den Vereinen aktiv

Vor 100 Jahren, am Sonntag, 1. September 1919, wurde in Reichenbach Hans Kindinger geboren.

Vor 100 Jahren, am Sonntag, 1. September 1919, wurde in Reichenbach Hans Kindinger geboren. Der Steinbildhauermeister war über Jahrzehnte hinweg sowohl in der Bildhauer- und Steinmetzinnung, als auch in der Kreis- und Kommunalpolitik sowie dem örtlichen Vereinsleben aktiv. Als höchste Auszeichnungen wurden ihm die Ehrenobermeisterwürde der Innung im Kreis Bergstraße, sowie der Landesehrenbrief verliehen.
Hans Kindinger kam in Reichenbach im Oberdorf zur Welt. Hier ging er zur Schule zusammen mit unter anderem Georg Alexander Kindinger, dem späteren Ortsvorsteher. Und hier wurde er am 23. April 1933 von Pfarrer Wilhelm Scheid konfirmiert. Wie Vater und Brüder erlernte er den Beruf des Steinhauers in der DESTAG. Sein Ausbildungsbetrieb lag nur wenige Meter vom elterlichen Wohnhaus in der Hohensteiner Straße entfernt.
Schon als Jugendlicher schloss sich Kindinger den örtlichen Trachtenträgern an. Erste Aufnahmen von der Gruppe zeigen ihn bei öffentlichen Auftritten in der Umgebung und sogar bei einem großen Trachtenfest in Frankfurt. Zusammen mit seiner Frau Christel nahm er bis in die 1960-er Jahre hinein an den Veranstaltungen der Heimatfreunde teil und gehörte auch zu den Gründungsmitgliedern des Verschönerungsvereins, der seit den 1980-er Jahren die Trachtentradition im Dorf fortführt.
1949 erwarb Kindinger den Meisterbrief als Steinmetz, war als Schriftführer und Beisitzer im Innungsvorstand tätig und wurde zum Vorsitzenden des Gesellenprüfungsausschusses ernannt. Seinen Steinmetzbetrieb baute er sich im Seifenwiesenweg auf, direkt neben dem späteren SSV-Sportplatz. Dem Verein trat er schon 1949 bei und hielt ihm bis zu seinem Tod die Treue. 1999 wurde er für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt. Viel Zeit und Engagement opferte Hans Kindinger der Kommunalpolitik, ein Hobby, das er über 40 Jahre intensiv betrieb. 1955 trat er der Reichenbacher SPD bei, übernahm dort die Kassenführung, war Distriktsvorsitzender und von 1979 bis 1999 Beisitzer im Vorstand.
Schon 1956 wurde der Sozialdemokrat in den Kreistag gewählt und vertrat dort die Interessen des Tals bis 1972. In Reichenbach gehörte er von 1960 bis 1972 der Gemeindevertretung an und war vielseitig an den Gründungsvorbereitungen der Großgemeinde Lautertal beteiligt. Danach wechselte er für eine Legislaturperiode in den Gemeindevorstand, kehrte 1977 aber wieder in die Gemeindevertretung zurück. Dort führte er als erfahrener und sachkundiger Mandatsträger den Haupt- und Finanzausschuss bis 1981 und dann wieder von 1985 bis 1990.
Kindinger war Schiedsmann im Lautertaler Bezirk 1 und arbeitete von 1977 bis 1989 in der Verbandsversammlung des Abwasserverbandes Bensheim/Lautertal mit. Als Kommunalpolitiker unterstützte er selbstverständlich die Belange der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr, der er seit 1960 angehörte und in deren Vorstand er zeitweise tätig war. Der örtlichen Arbeiterwohlfahrt trat er 1955 bei, war dort Schriftführer, Rechner und Kreisdelegierter. Ab 1979 führte er den Verein, der in den Räumen der ehemaligen Jugendherberge in der Beedenkirchener Straße sein Domizil hatte, hier die Kerb mit Eintopfessen für alle feierte und oft zu Seniorennachmittagen einlud.
Besonders bei diesen Aktionen wurde Hans Kindinger von seiner Frau Christel unterstützt, die dort auch die Bücherei der Gemeinde einrichtete und betreute. Später wurde sie von Tochter Christine Metzger abgelöst, die heute den Lesestoff im Rathaus anbietet.
Hans Kindinger starb im Jahre 2001 im Alter von 81 Jahren und wurde am 16. August auf dem neuen Reichenbacher Friedhof beerdigt. Zu seinem 100. Geburtstag findet am Sonntag, 1. September, 11:00 Uhr, in der Evangelischen Kirche ein Gedenkgottesdienst statt. Danach wird die SPD an seinem Grab eine kleine Gedenkfeier abhalten und dazu neben der Familie auch die Vertreter seiner früheren Vereine einladen.
Foto: Hans Kindinger 1982 inmitten seiner Parteifreunde vom Vorstand der SPD Reichenbach, die ihm zu seiner 25-jährigen Mitgliedschaft gratulierten. Sitzend von links nach rechts: Karl Mink, Ernst Hotz, Hans Kindinger, Johanna Sickmüller, Karlheinz Schreck. Stehend: Sigurd Rechel, Peter Kaffenberger, Heinz Eichhorn, Wolfgang Hechler, Klaus-Uwe Barth, Günter Füchtenkordt und Albrecht Kaffenberger.

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